Bringing me down

Die Sonne scheint, aber es ist sehr frostig.

Wege, die unter der Woche wenig oder gar keine Beachtung finden, sind abgearbeitet und mit tonnenschweren Paketen und einem niedlichen Einkauf beladen, schnurrt mein Schwarzer Peter über weite und kurvenreiche Landstraßen.

Die Heizung surrt vor sich hin und schenkt mir Wärme, die mich im Glauben lässt, ich würde dem Sommer entgegenfahren. Ich genieße einfach die Fahrt, bin total entspannt. So wie immer, wenn ich hinter meinem Lieblings-Lenkrad sitze.

Die Musik läuft und dann und wann summe oder singe ich ein klein wenig mit. Ich fühle mich nicht schwer, nicht leicht, nicht einsam, nicht belebt, nicht unbelebt – ich bin einfach da und zufrieden und nehme alles um micht herum wahr und nutze es für einen positiven Stimmungseffekt.

Ich bin nicht mehr weit von daheim, diesmal anders gefahren und auf mich wartet noch ein Weg, zwischen Feldern, gesäumt von einer kleinen hellen Allee. Im letzten Sommer hatte es hier schwer auf den Feldern gebrannt; seitdem war ich nicht mehr hier….. So wie ich einbiege, startet auf der Anlage „Bringing me down“ von Sasquatch. „Oh mein Gott..“, entfährt es mir. Ich drehe lauter. Millionen von Gefühlen überrennen mich.

Foto von Juni 2017

Ich halte das Lenkrad im ersten Moment fester, rutsche aber tiefer in den Sitz und lehne mich entspannt an die Kopflehne. Das Lied kippt meinen inneren Schalter. Keinesfalls drifte ich ab oder verliere mich in Erinnerungen. Ich bin genau hier. Jetzt!

Die intensivsten Glücksgefühle übermannen mich. Das hier ist genau richtig! Diese Straße, die Sonne, dieses Lied, in diesem Auto, meinem Auto. Ich, im Hier und Jetzt, fühle mich wie auf einer fernen, nicht enden wollenden Reise.

Mit dem Refrain singe ich mit, mir kommen die Tränen. Ich fühle mich so glücklich und traurig zugleich. Kann es nicht einordnen, lasse es einfach nur zu. Nach einer Minute kehrt Stille in mir ein, während das Lied weiterläuft und ich diesem lausche.

Ich beginne meinem Schwarzen Peter zu erzählen: „Weißt du, ich vermisse den Frühling und Sommer…. denn genau das ist es, was mir gerade jetzt so gut tut. Dieses Gefühl ist fortbewegen und genießen und entdecken…“

Als ich vor meiner Wohnung einbiege, strahlt mir mein türkiser Polo entgegen. Auch dieser Anblick bringt wieder neue Gefühle hervor: Erinnerungen.

Ich verstehe, was im Unterbewusstsein durch die vorhergehende Situation abgespielt wurde. Ich erinnere mich an wundervolle Momente, mit genau diesem Gefühl und das einzige, was ich empfinde, ist Glück.

Glück, diese Momente erlebt zu haben, sie wahrgenommen zu haben, sie fest in mir zu tragen und sie genau mit diesen wenigen „Mitteln“ wieder abrufen zu können.

Ich fühle mich heute so komplett und doch hungrig.

Ich schaue zurück auf einen Sommer, der Seelenfutter pur war und möchte euch mit wenigen Fotos aus dem Sommer 2018, einem Jahr der Reise und diesem einen Song mit auf diese kleine Gefühlsreise nehmen, die, ausgelöst durch eine Straße, ein Auto und ein Lied, eine so schöne Bereicherung für mich ist und mich so runterbringt….. 🙂

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