Ist das KUNST oder kann das WEG?

Röchelnd, mir selber überlassen und abwechselnd frierend und schwitzend, hatte ich den Samstag im Bett verbracht. Tigger und Gordon, meine beiden schnurrenden Mitbewohner, hielten mich mit ihren massiven Katzenkörpern erfolgreich in der Horizontalen und so ergab ich mich meinem Schicksal und belies es bei einem regungslosen Anti-Tag-Tag 🙂

Nicht gerade voll genesen, aber ein gutes Stück von einer ausgewachsenen, womöglich entarteten Männergrippe (aaaaaah) entfernt, sprang ich Sonntag aus dem Bett, sehr beschwingt und vorfreudig.

Eine Pfannenpizza und einen Liter Tee später, brachte ich meiner besseren Hälfte ein Sonntagsbrot vorbei, genoss ausgiebig und zutiefst zufrieden ihre Nähe, bevor ich mich auf den Weg gen Norden machte…..

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Das zweite mal in dieser Woche rollte mein Schwarzer Peter in die Hauptstadt und ich genoss die Tatsache sehr, dass ich diesmal viel Zeit mitbrachte, keine Verpfichtungen an der Backe hatte und einfach mal wieder Seele, Blicke, Herz und Kamera schweifen lassen konnte. Ich hatte Lust, auf einen richtig gemütlichen, künsterischen und sonnigen Sonntag. Und er würde geschehen…..

Gemütlich und dennoch ratzfatz kam ich am Museum für Fotografie an. Ein Parkplatz war schnell gefunden und mein Herz war auch sofort an Ort und Stelle präsent und lies die Kamera auf dem kurzen Weg zum Museum bereits schweifen. – es fühlte sich einfach fantastisch an!

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Inmitten von unzähligen Fotografien und Mode und Kunst, bewegte ich mich eine Stunde lang. Die Eindrücke schwangen von ‚okay, nicht meine Welt‘ und ‚okay… jetzt wird es langsam‘, ‚ja! das ist ein Portrait!!!!‘ und ‚…. na ja schei…. auch! Wieso habe ich alle verhuschelten Aufnahmen immer gelöscht – ich wäre reiiiiich!‘ und letztenendes versuchte ich jegliche Selbstzweifel in meine Fotoarbeiten zu verscheuchen und mich zu besinnen, dass es ums Herzblut und den Spaß ging.

Sattelte meine Kamera wieder und trat in den sonnigen Sonntag zurück auf Berlins Straßen.

Sofort rissen sie mich wieder mit und der kurze Weg zu meinem lieben Peter wurde erneut zu einem Foto-Taumel..

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Gleich ums Eck fanden sich die typischen Touristen“fallen“, welche auch gesäumt von jenen waren und mich denoch magisch anzogen – wie die Motte zum Licht.

Die für mich anbetungswürdige Museumsinsel hatte mich. Doch ich gab mir alle Mühe, dass ich dieser nicht komplett verfiel und belies es bei einem unglaublich wohltuenden Spaziergang zwischen die vielen schnatternden Menschlein, während Peter unter ziemlich vielen Litern Wasser, neben einem Trabbi parkte.

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Musik, Düfte, Gesäusel, Brummen, Hupen….. ich zog zwischen all diesem hindurch. Sog es auf und fühlte mich wohl in diesem Getümmel. Es war das Berlin, welches ich mochte, denn ich wusste: Ich kann dem entfliehen, wenn es mir zu viel wurde. Und ich liebte seine Museen!

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Obwohl ich eine gut gefüllte Tüte Berliner Ampelmännchen auf ex geleert hatte, rief die mittlere Etage meines glückseligen Körpers den schrägsten und lautesten Kampfschrei aus, den man wahrscheinlich bis Asien vernahm.

Im Konflikt mit mir selber, ob ich eine der zahlreichen Lokalitäten überfallen sollte oder mich mit meiner Freundin gemeinsam dem großen Fressen hingab, wählte ich sie, den Telefonjoker, einfach an und schon rollte ich wieder weiter. Nach wie vor beschwingt und leichter als leicht (könnte auch am leeren Magen gelegen haben….).

Kurze Zeit später (Berlin ist nichts anderes als ein Dorf!) fand ich mich zwischen veganen Kochbüchern und Ingwertee in einer unglaublich liebenswerten Berliner WG wieder und kraulte einen vertrauten Hunderücken udn alberte ordentlich herum.

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Nach genug Schlürferei und einer mittlerweile beinahe schon tauben Zunge, durfte ich dem Fresstempel-Stadtteil genauer beäugen und landeten hungrig beim Asiaten des Vertrauens.

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Ich schlemmte, als hätte ich Wochen nichts gegessen, um recht zeitig satt zu sein und dennoch hungrig aus der Lokalität wieder herauszurollen. Berlin gefiel mir gerade sehr gut! Ich mochte den Flair, das bunte Treiben, das reichhaltige Angebot, das Übermaß der Dinge – alles! Diesen Ausbruch genoss ich nach vollen Zügen.

Bevor es weiter ging, zur nächsten „Attraktion“ an diesem Tag, küsste ich gedanklich noch den Klowächter und in der Tat, den Frosch geküsst, würde mir ein Prinz geliefert an diesem Tage. Doch dazu später…

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Wir fanden uns zu dritt auf dem Tempelhofer Feld wieder – der vertraute Herr Hund und meine liebe Freundin.

Die Sonne war dem Untergang nahe und dennoch sand sie noch warme, wohltuende Strahlen, erwärmte Herz, Gemüt und den noch immer halb sterbenden Bazillenkörper, der voller Adrenalin, sein Dahinsiechen ignorierte.

Geblödel, Gelächter, Freiheit, Wohlsein, Glück, Liebe….. alles traf aufeinander und erfüllte die ganze Luft um mich herum. Wie hatte ich diese Leichtigkeit so vermisst und würde sie fest umarmen und einschließen und mit mir nach Hause nehmen.

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Bereits vor Monaten hatte ich die Karte gekauft. John Butler… seit fünf Jahren war ich ihm verfallen, prägte eine ereignisreiche Zeit mit seinen Songs und immer war der Wunsch da, ihn einmal live zu sehen. Einmal wenigstens seine Ausstrahlung aus nächster Nähe zu spüren und zu genießen. Und an diesem Abend war es soweit.

Der Herr Frosch schenkte mir einen unvergleichbaren Abend, nur wenige Minuten vom verlassenen Rollfeld entfernt, in ‚Huxleys Neue Welt‘.

Da saß ich zwischen fremden Menschen auf einer Treppe und überblickte den sich füllenden Saal, das Lichtspiel auf der Bühne. Lauschte den Gesprächen um mich herum. War müde, war erfüllt, war voller Vorfreude und unglaublicher Zufriedenheit.

Dieser Tag war ein großes Geschenk, voller kleiner ganz großer wertvoller Momente.

Nach einem grandiosen Opener (Bobby Alu) aus Byron Bay Australien, kam der symphatische Australier John auf die Bühne und auf einmal war ich irgendwo im Kosmos unterwegs.

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Dankbar für diesen wunderschönen Menschen, die Zeit dort, dem Tag in Berlin, dem Wissen, dass ich so viele wertvolle Menschen um mich herum habe, jeden einzelnen Tag (ob nah oder fern), welche Möglichkeiten ich habe, was ich geschafft habe und was noch alles buntes auf mich wartet, fuhr ich vorzeitig total entspannt in meinem freudig brummenden Peter nach Hause. Der Frühdienst wartete…..

 

Berlin ist anders. Ich würde nicht behaupten, man hasst oder liebt es, denn dazwischen ist eine ordentliche Packung mehr. Bereits vor Jahren fühlte ich mich wohl dort und dennoch freute ich mich immer auf Zuhause.

Also Berlin ist so: Ist das Kunst oder kann das weg? Man denkt immer wieder neu darüber nach und eigentlich weiß man es nie genau und gibt sich der Stadt einfach hin.

Und da sitze ich nun und tippe diese Worte. Und freue mich über das was war, was nun ist und noch kommt. 🙂

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