Watt’n Leben…. :)

War es spontan? Es war auf jeden Fall unbedacht und absolut gut.. Als es aus mir herausplautzte: „..dann komme ich dich besuchen!“ – abgeschickt gen Nordsee.

Und als der Tag meiner Abreise da war, kurz nachdem ich erst aus Schweden und Diedersdorf wieder zurück war, war es einfach nur genauso herrlich entspannt, wie die Abreise nach Schweden. Sogar noch einen Zacken freier, denn ich reiste alleine. Ich war mein eigener Herr und spürte, wie bereits nach dem munter werden ein „Oh… schon so spät, ich muss ja noch…?!“ Muss ich? Nö! Ich konnte alles sowas von tiefenentspannt angehen, hatte meine ca.-Route im Kopf und musste mich nach gar nichts richten. Mir war Stau egal, mir war das Wetter wurscht, mir war die Zeit egal..

IMG_3748Mittags rollte ich in Wismar ein, ohne Ziel, einfach da sein und laufen.. alte „Freunde“ begrüßen..

Ich schlenderte ein wenig durch die Stadt, blieb stehen und seufzte, strahlte und grinte.

Entdeckte neue Ecken, fühlte mich ein klein wenig daheim in alten Gässlein und im Torbogen hielt ich inne und strahlte meinen liebsten Herrn Orlok an. Ich erinnerte mich an die Nosferatu-Tour an der Ostseeküste vor einem Jahr.

Der Hafen mit seinen Köstlichkeiten rief förmlich nach mir. Erneut ärgerte ich mich ein wenig, wie achtlos die zahlreichen Menschen überall nur trüber- oder vorbeilatschten. Ja, latschten! Trampelig, so gut es nur geht. „Aber ein Glück….. hach“, seufzte ich vor mich hin, „…mach ich’s nicht…“ und steuerte beseelt den ersten Fischkutter an. Es war keine „Nordschnauze“, die mir da entgegenpolterte, sondern eine „ich würde ja gerne, kann und bin es ja aber nicht“ und ich überlegte kurzzeitig einen Kutter weiterzuziehen, um mich nicht der gewollten, aber nicht vorhandenen Coolness auszuliefern. Dann begann ich zu grinsen und als mir verunsichert und auf einmal schweigend meine beiden Brötchen gereicht wurden, zog ich beschwingt weiter von dannen. Was ein Grinsen, ein Lächeln, ein Strahlen für Macht haben….. Vergesst das mal bitte nie, ihr fleißig lesenden da draußen 😉

Die Sonne schien angenehm wärmend vom blauen Himmel, als ich mich auf dem Ende des Kai’s im Hafen niederlies. Hunderte Quallen sammelten sich im Wasser und tanzen mit jeder Wasserbewegung.

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Ich genoss mein Krabbenbrötchen, mit Adleraugen, das an mir lehnende Matjesbrötchen bewachend, während ab und an eine Krabbe absprang und auf die Quallen fiel. Während ich vor mich hinkicherte und die wabbeligen Wasserbewohner amüsiert beobachtete, bewegte sich ein paar Menschelein ebenso an den Rand des Kai’s und guckten neugierig, was mich denn dort so unterhält.

Ich vernahm ein „….ach nur Quallen…“ und dachte mir „…ach nur so ein Tag wie immer… ihr armen!“ und fühlte mich so dankbar. Während eine Möwe in nächster Nähe eine Krabbe auf die für sie annehmbaren Maße zerlegte, knabberte ich an meinem zweiten Brötchen, bevor ich wieder an den Schiffen vorbei, am Hafenbecken entlang, zu meinem Schwarzen Peter schlenderte….

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Es war Zeit wieder aufzubrechen. Gut drei Stunden hatte ich die Zeit vergessen, wie mir meine Uhr verriet. Ich wollte weiter zur Insel Poel, dort mein Nachtlager beziehen und hatte grob eine Ahnung, wo dies geschehen könnte.


Die Insel Poel war nur gute 10 Auto-Minuten entfernt und Peter schnurrte freudig über die freien Straßen. Die Inselüberfahrt war nahezu unscheinbar und kurz darauf zwinkerten mich aus der Ferne ein paar wunderhübsche Augen an. Jedoch konnte ich gar nicht so schnell reagieren, wie sie vorbeizgen, die Pferdeherde, wild und rau erschienen sie, da im hohen Sumpfgras..

Ich fuhr ein Stück, geriet in eine Sackgasse, drehte um. Mein Peter knatterte kurz etwas genervt auf, als ich selber unwillig, in die nächste Straße einbiegen wollte.. „…du magst auch an die Nordsee, oder?“.. sagte ich vor mich hin und fuhr einfach gerade weiter.

IMG_8410Gedanken wie „Ich teile mir die Fahrt ein, da ist es nicht so viel auf einmal“, waren absolut verworfen und ich fuhr schnurrstracks Richtung Nordsee, aber nicht, ohne noch einmal bei den Pferden anzuhalten.

Peter kennt das Spiel mittlerweile, dem plötzlichen umlenken, bremsen und einfach irgendwo auf der Stelle drehen, nachzugeben und sich zu fügen. Manchmal könnte ich meinen, er macht es jedes mal mit einem Lächeln. Dabei kann ich mir vorstellen, dass es ganz schön nervenaufreibend sein kann, meinem plötzlichen „oh mein Gott, ist das schön!!!“, gepaart mit einer unnetten Bremsung Folge zu leisten…..

In der Senke hinter der Straße verschwand ich. setzte mich ins hohe Gras und beobachtete die wunderschönen Tiere. Eine wirklich wild gemischte Herde schaute mich erst noch sehr desinteressiert an. Täglich fuhren hier Fahrräder und Autos vorbei. Ab und an kam mal ein Pfiff oder ein „Na ihr?!“, so auch in der Zeit, als ich mich dort in dieser wundervollen Atmospähe wog. Sie nahmen wenig Notiz und blickten einfach nur vor sich hin. Ich machte micht etwas größer, um auch die hinteren zu erspähen und auf einmal kam Bewegung ins Spiel. Die Hübschen wurden neugieriger, von weiter hinten stiegen aus dem Wasser zwei Schimmel und trennten die Herde auf. Der größere Teil kam freudig nach vorne gestapft und positionierte sich nun am Zaun bei mir und guckte mich mit einem freundlichen Gesicht an.

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Ich fühlte mich sehr wohl dort an diesem Platz. Das warme und langsame Schnauben, der vorderen Fangemeinde tat gut und irgendwann stellte ich mich auf und ging an den Zaun. Ein Schimmelknabe streckte mir seine unglublich süße Schnute entgegen und ich began, mit seinem Einverständnis lange seine Stirn zu kraulen. Während seine Augen immer mehr blinzelten, merkte ich, wie auch ich immer mehr und mehr entspannte und noch tiefer durchatmete.IMG_8402

Dort, da draußen, während zig Autos und klingelnde Radfahrer hinter uns vorbeifuhren, empfand ich mit einem mal unglaublich viel Freude und Liebe.

Ich fühlte mich freier als frei und setzte mich noch einmal kurz und betrachtete die entspannten langen Gesichter mit ihren glänzenden Augen…

Es fühlte sich so gut an, dass ich beinahe nicht mehr weiter wollte und so sicherlich noch eine Viertelstunde einfach nur guckte, während die drei besonders neugierigen vor mir einschliefen.

Ich schlich mich leise von dannen, nur der mittlere weiße Herr schaute kurz auf. Ich lächelte ihn an, sein Blick brach nicht ab und ich bedankte mich, für dieses gemeinsame, schweigende Verweilen..


Die Fahrt zur Nordseeküste war einfach nur himmlisch! Während meine Musik immer wieder von einer Staumeldung nach der anderen unterbrochen wurde, erlebte ich freie Autobahnen und Landstraßen. Fuhr entspannt meine konstante Geschwindigkeit und kam in den Abendstunden in St. Peter Ording an.

Nach einer kleinen Bekanntschaft mit dem Ort, um eine Tankstelle zu finden, die ich zweimal eiskalt im Vorbeifahren aber ignorierte, fand ich auch recht fix einen richtig guten Platz für die Nacht. Mit Toilette, mit schützenden Hecken und dennoch direkt am Deich, welcher zu einer kleinen Abendrunde einlud. Denn unweit entfernt war ein Leuchtturm und wie die Motten zum Licht, tigerte auch in der Dämmerung los..

Kurz vorm Leuchtturm ging ein Wattweg ab, den ich gerne nutzen wollte. Ich hatte mir ein kaltes Bier und Tabak mitgenommen und freute mich aufs am Wasser sitzen oder zumindest am Strand. Denn wie ich meine bisherige Bekanntschaft mit der Nordsee einschätzte, würde gerade kein Wasser für mich da sein.

Im Dunkeln sah ich noch die letzten beiden Autos unten auf dem Autoparkplatz wenden, dann kehrte Stille ein. Kein Lüftchen wehte. Kein Rauschen war zu hören. Ich war leicht irritiert, in welcher Gezeitenphase ich mich befand, betrachtete, die auf hohen Stelzen gebauten Häuser mit Argwohen und stiefelte dennoch noch ein wenig am Strand entlang durch die Nacht. Vor den Häusern waren mehrere große Pfützen, doch ich hielt es, nach einer unfreiwilligen Badeeinlage, dann doch besser, mich in einen Strandkorb zurückzuziehen, dort kurz zu rasten und zu lauschen..

Der Weg zum Auto, auf einem Holzsteg entlang, war etwas abenteuerlicher.. Im wenigen Taschenlampenschein, zogen die Fledermäuse hinter mir her und flatterten auch einfach mal durch meine durchs Dunkel tastende Hand. Motten kitzelten meine Ohren und hüpften ins Gesicht. Meine Füße, noch immer etwas schmodderig, nahmen jeden Stein mit, der sich aufs Holz verirrt hatte und nicht nur einmal wäre ich beinahe am Rand heruntergepurzelt. Doch ich kicherte unentwegt dabei, denn wisst ihr, wie schön das war??

Als ich am Peter ankam, unversehrt, begann es zu tropfen. Ich machte mich bettfein und lauschte bei offener Tür und eingekuschelt in mein Bett, noch eine ganze Weile dem Regenspiel, bevor ich wirklich sehr müde, einfach einschlief.

Davor war mir erst noch unwohl, weil überall um mich herum Taschenlampen aufzuckten, auch direkt hinter dem Gebüsch am Auto und noch einmal ein Scheinwerferlicht auf meinen Peter traf. Doch die Müdigkeit machte sich dolle breit und ich gab mich einfach hin…..


IMG_8421Salat, eine Scheibe Brot mit Käse (daher roch der Herr Peter nach Überbackenen…..) und eine frische Wäsche, nach einer unglaublichen guten Nacht, verpassten mir meinen Tagesstart. Ich fühlte mich leicht, so federleicht und unbeschwert…..

Draußen tröpfelte es vor sich hin, während ich im Bettzeug eingewickelt mein Schnittchen mumpelte. Mein Kopf schien leer…. Kein Gedanke plagte mich, kein Säuseln belastete meine Seele. Ich war total unbekümmert und fern von „Oh nein, ich muss noch….“.

Nur einen Gedanken hegte ich, bevor ich mich in die Zivilisation wagte: Ich möchte nur mal kurz DEN Leuchtturm sehen!

Also fuhr ich nach Westerhever..

Es stürmte und regnete und die Sicht einfach nicht vorhanden. Ich fuhr ziemlich frei nach gewachsener Schnauze und verfranzte mich auch nur einmal kurz, als ich vor der Schranke zum Parkplatz stand.

Reges Treiben und das um die Uhrzeit und zu dem Wetter. Ich fuhr jedoch direkt wieder, denn ich wollte einfach nur mein Gewissen beruhigen, „wie es da so ist und wie weit ich da fahren muss“ und mit den beruhigten Gedanken fuhr ich dann wieder komplett in die andere Richtung, kündigte mich schon mal an, am Zielort.

Und dann passierte das für mich absolut uuuuuuuntypischste: Ich kam wie durch Zauberhand vom Weg ab und fand mich, oops, auf dem Parkplatz des Eidersperrwerkes wieder und las „Krosse Krabbenbrötchen“.

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Nicht, dass ihr denkt, dass ich gedankenlos einfach drauf losrannte und mich in die Theke verbissen hatte, neeeee!

Natürlich zuppelte ich mich zurecht und „kultivierte“ mich und riskierte erst einmal einen Blick über das Sperrwerk, um die nicht vorhandene Nordsee zu sehen. Ich stellte mich darauf ein und behielt recht. Sie zeigte mir wieder einmal die kalte Schulter – absolut okay!

Ein Krabbenbrötchen und den leckersten Milchkaffee aus der schönsten Tasse später, rollte ich dann los (sorry Lars, jetzt weißt du alles :D)….

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Ich rollte durch Dörfchen und zweifelte Dank dem Navi auch nicht komplett an der Unrichtigkeit der Route, als ich über einen „militärisch-angehauchten Plattenlandwirtschaftsweg“ fuhr. Die erste schöne Sackgasse war mir und ich wurde schon empfangen, von Mietz und dem wohlgeformten, bekannten Po, einer alten Dame, die aus dem Internet bereits bekannt war.

Lars wartete bereits auf dem Hof und seine Mutter stand bei ihm und empfing mich ebenso. Das war doch ein bisschen wie nach Hause kommen und ich sage euch, mir ging es mit dem gesamten „Unterfangen“ so. Mit Lars hatte ich nicht wenig bereits im Vorfeld geschrieben und mir kam es eher vor, als würde ich einen alten Freund besuchen fahren und so fühlte es sich auch echt an, wenn ich an den gesamten Tag zurück denke, aber erst einmal eines nach dem anderen 😀

Nach einem kurzen Plausch, dem ersten Rantasten und Ankommen, fuhr der recht adrette alte Herr Hein vor.

Gemütlich lud er mich ein, ruhig schnurrte er von dannen. Da Wetter hielt sich noch bockig der Nordsee angepasst und wir zogen die erste Runde durch die nähere Umgebung. Es fühlte sich schon anders an, so mit Stern, DEM Zielfernrohr unter den Auto’s, durch die Gegend gefahren zu werden. Er verhielt sich unauffällig, so wie das Wetter und hätte sich in wahrscheinlich jede Landschaft einfach eingefügt und sich angepasst. Nebst einer Schleuse und einem Deich, bot Herr Hein zudem eine kleine Wildpferdeherde dar, bevor wir zurück zum Fuhrpark kehrten und wir erst einmal zum Mittagstisch gelockt wurden….

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Mittagstisch ist auch DAS Stichwort, denn ich bin nahezu schon von einem einfachen Fototag ausgegangen, habe mich abends dann mit meinem Gaskocher am Stellplatz hocken sehen, ausgehungert und zittrig, aber nein, ich wurde ja so lieb umsorgt – an dieser Stelle echt nochmal ein ganz großes Dankeschön!! Mir war es schon beinahe unangenehm, aber fand es auch sehr schnell richti gemütlich und fühlte mich pudelwohl.

Gut gestärkt empfing uns dann Harald.

Harald wurde mir als Sparkassenmitarbeiter beschrieben, welcher einfach nur macht – ein richtiges Arbeitstier. Eigentlich ist er wie mein Schwarzer Peter, nur kleiner und roter und mit Schnurrbart. Harald fuhr uns auch sehr zielgerichtet. Allerdings habe ich den Ortsnamen total vergessen und mir nur so viel behalten: Die Brunnen frieren dort schnell und werden eingestrickt, zudem haben sie wunderherrliche Gässlein und ein Mini-Kino. Auf dem Rückweg kreuzten wir eine Allee, die dann Haralds Rot so richtig hervorhob..

Harald besticht durch seinen Schnurrbart und ich hatte mir geschworen, dass ich diesen auf Fotos absolut ausschließe, weil er sicherlich noch andere Merkmale hat, die hervorstechen. Da wären zum einen die eingekratzten, mitgekauften Rallye-Streifen auf der Beifahrerseite, die ihn viel schneller werden lassen und seine ungleichen Außenspiegel. Leider wurde mir dann bewusst gemacht, dass er kein Einzelfall ist.. Für mich bleibt er das dennoch und somit geschah es, dass doch ein Schnurrbartbild entstand, aber irgendwie gehört der ja dann doch zu ihm… 🙂

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Watt’n Schrauber existiert aber nicht hauptsächlich wegen dieser beiden Kanidaten…

IMG_3912Elsa’s Po lukte die gesamte Zeit schon beschörend aus der Garage heraus.

Die witzige Buckelvolvo-Dame besticht durch ihr Auftreten, was man so nicht oft sieht. Ich für meinen Fall, bin einem solchen Wagen wahrscheinlich nur einmal begegnet und das erst kürzlich auf dem Friedhof von Kyrkö Mosse. Da lagen wohl einige von ihnen und schliefen ihren ewigen Schlaf.

Diese Dame wurde mir im Vorfeld schon bestens beschrieben und da ich nun schon einige Monate den Blog von ‚Watt’n Schrauber‘ verfolge, hat man so eine gewisse Vorstellung von ihr.

Man kann sagen: Haut hin! 🙂

 

Elsa fuhr uns nach Büsum. In Büsum war gerade alles an älteren Touris unterwegs, was man in der Nebensaison so aufbieten kann und wie bestellt und vorhergesagt, grinsten und wunken sie und drehten sich nach der quietschenden lustigen Dame um.

Wirklich, wenn ein Auto Witz und Charme haben kann, dann hat das Elsa für sich in ihrem Blech supergut kombrimiert und bringt es lautstark zum Ausdruck. Zudem ist sie echt ein ganz heißer Feger unter den alten Oma’s – sie heizt immerzu (durch die Lüftung kommt heiße Luft – nur damit wir uns richtig verstehen :D), also ist eine wilde, windige Fahrt garantiert.

Sie hat es auf jeden Fall geschafft, dass ich ein breites Grinsen auf dem Gesicht hatte.

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Kaffee und Kuchen empfingen uns, nach der heiteren, windigen Quietschrunde mit Frau Elsa. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte mal des Nachmittags auf der Couch mit Kaffee und Kuchen gesessen habe. Und ich versuchte mich auch gar nicht krampfhaft daran zu erinnern, hatte jedoch im Hinterkopf „….bekomme ich dann noch mindestens ein Krabbenbrötchen runter?… wieviel kann ich essen, damit ich das noch schaffe.. und wäre es unhöflich ’nein‘ zu sagen, damit noch ein Krabbenbrötchen reinpasst..“. Das sind eher so Gedanken, die mich beschäftigen 😀

Und so viel Mahlzeiten bin ich auch gar nicht gewohnt, deswegen saß ich recht tief im Sitz, des vierten Experten an diesem Tag: Elch

Elch war Lars‘ erstes Auto und ihr wisst ja sicherlich selber, wie das Verhältnis so mit dem ersten Auto ist.. Es kann sonst was für eine A….krampe sein, irgendwie kann man sich nicht davon trennen. Elch hat dann und wann auch schon so seine „Pausen-Manöver“ abgezogen, auf mich jedoch wirkte er harmlos, unscheinbar, schweigend, echt schick, aber er quasselte nichts. Stumm machte er einfach, was er machen sollte; er fuhr.

Er zeigte uns Friedrichstadt, das kleine Amsterdam an der Nordsee. Und irgendwie schien es mir so, dass diese, mit Details angereicherte, hübsche Stadt, schon der Vorbote für den letzten Teil des Abends war. Überall säumten sich VW’s. Und einige wirklich kreative Halter, hatten ihren VW sehr persönlich gestaltet. Ich hibbelte innerlich schon meinem persönlichen Star des Tages entgegen.. denn Herr Elch, der schwieg vor sich hin. Irgendwie ist er sehr ernst, aber vielleicht ergibt sich nochmal irgendwann die Chance, dass er mehr von sich preisgibt. Doch während seiner Tour, entdeckte ich einfach eine wunderschöne Stadt – vielleicht ist er einfach der beste Reisebegleiter, der zu keiner Zeit von den schönen Momenten ablenken will 😉

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Es ward Krabbenbrötchen-Time!!! So wurde es mir angekündigt und mein Herz hüpfte und sprang und dann rollte da auch schon das Henkelmännchen vor..

Also ihr müsst euch das so vorstellen: Dieser kleine tolle Flitzer, ein Krabbenbrötchen, an der Nordsee, in St. Peter Ording, zur Abendzeit – also das ist doch perfekt! Also rollten wir mit dem noch seeeehr mürrischen Henkelmännchen nach St. Peter Ording, zum besten Fischbrötchen-Mann und schlemmten eine Runde weiter; denn wenn man einmal damit angefangen hat, dann sollte man das auch nicht unterbrechen. Is so! 🙂

Bewegung ist nach einer Mahlzeit ja immer gut und so ruhte der kleine Flitzer noch ein wenig, während wir eine Runde drehten. Am Horizont tauchten bunte Paraglider auf. Ich hatte eigentlich noch nicht zuende gesprochen (das würde kurze Zeit später noch einmal ähnlich passieren und wenn ich nur daran denke, muss ich frech losfeixen haha), da beendeten wir unsere Runde und fuhren nämlich genau dort hin! An den Strand! Mit Auto – und innerhalb einer Woche, durfte ich schon wieder den Zauber eines Autostrandes genießen. Und für den sympathischen Golf war es das absolut erste mal und dann entstanden auch einfach mal die passenden Bilder!

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Und dort im Abendlicht verlor Lars dann die magischen Worte (nein, nicht „es gibt Abendbrot“!): „Na mensch, da wird es ja langsam Zeit für den Leuchtturm!“

Innerlich ein quietschendes „Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa huiiiiiiiiiii!“ und nach Außen sicherlich ähnlich, aber vielleicht hat Lars das noch im Gedächtnis… 😀

Leuchtfeuer und Wasser, das sind Magnete und ich rede sicherlich nicht nur für mich, wenn ich sage: An der Nordsee hat man beides im Übermaß und mit Abstand die schönsten Leuchttürme. Nur das Wasser, das hält sich sehr bedeckt, aber so zaubert es zumindest viele Schätze an den Strand.

Da kamen wir an, an den herrlichen Leuchtturm von Westerhever. Am Morgen noch bei Regen und Dunst überrannt, schien zu schönsten Lichtverhältnissen irgendwie kaum einer mehr Notiz von ihm zu nehmen. Mir wurde bereits im Vorfeld der Wind aus den Segeln genommen, dass ich hinter dem Deich Wasser sehen würde und dennoch traf es mich wie eine Wucht.

Ein Meer von Schafen, auch schön, mähte gerade den saftigen Rasen hinter dem Deich ab. Und auch das war ein grandioser Anblick, denn sowas gibt es seit Wochen nicht mehr um das Dubringer Moor herum und auch in den anderen Regionen der Lausitz sieht es da eher schlecht aus.

Also war dieses grün-weiße Meer einfach ein noch schönerer Anblick und damit auch alle Schafe wussten, wo es kein Futter gibt und es nass werden könnte, steht da dieser unglaublich stolze Leuchtturm. 🙂

Es war ein würdiger Abschluss und nein, ich werde jetzt nicht aus dem Nähkästchen plaudern, warum ich nicht zuende sprechen konnte und ich dann so herzlich lachen musste…. 😀

Fakt ist, ich wurde da oben im Norden so herzlich empfangen und mir wurde ein unglaublich liebevoller Tag ermöglicht! Ich kam mir nicht vor, als wäre ich in der Fremde, fühlt mich wohl und Zuhause.

Der Tag war einfach 5 Sterne mit Bonus! 🙂

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Ich kehrte zu meinem Stellplatz vom Vorabend ein. Es war bereits total dunkel und im Gegensatz zum Vorabend hatte ich Gesellschaft von zwei weiteren Autos mit Autoschläfern. Etwas abseits rollte ich meinen Peter wie eine Katze im Einroll-Einschlafprozess hin und her und vor und zurück, bis ich mir sicher war, dass ich so schlafen könne.

Der Deich war nun fast vor mir und bisschen wehleidig schaute ich dem kommenden Tag entgegen.. Es tat gut, hier oben, alleine, ohne Erwartungsdruck, ohne Worte, ohne Zutun…. sich schweben lassen, tragen lassen, nicht permanent alles falsch zu machen..

Es fühlte sich an wie das Leben. Und mit dem Gedanken schlief ich ein.


Am nächsten Morgen erwartete mich ein Wechselbad der Gefühle und des Wetters.

Ich hätte noch zum frühstücken gehen können, aber ich belies es bei zwei Stunden Seeluft schnuppern im Wattenmeer. Obwohl die Sonne schien, wurde mir ein Regenbogen gezaubert und ich lief kilometerweit dem Wasser entgegen, beobachtete Krabben, sammelte Muscheln und beobachtete Wattwanderer.

Ich wäre beinahe davongeschwebt, so unglaublich gut fühlte ich mich. Ich wollte es mit der Welt teilen und hinausbrüllen, von diesem Gefühl was abgeben können, weil es sooooo riesengroß war.

Das Kind, mit der Erfahrung und dem Wissen einer Erwachsenen und den Augen einer Träumerin… das darf gerne wieder auf Reisen gehen

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