Alter Schwede!! .. ein Reise ins Leben zurück

Sie stand unter keinem guten Stern, die Reise nach Schweden, als sie ursprünglich starten sollte.

Ich bestritt das 3. Jahrezehnt in meinem Leben – im April – und wollte wie jedes Jahr außwärts in Würde altern. Ohne Spiegel, ohne zwangsneurotische Faltenkontrolle, wie ich sie nicht besaß und zudem so ganz besonders und doch so typisch.

Ein Friedhof im Süden Schwedens: Kyrkö Mosse

Ich war überzeugt, ich war gefesselt. Ich musste dorthin!

Und weil Ostern aber schon zu weit in der Prärie herumgeeiert wurde, musste mein liebster Schwarzer Peter erst einmal über fast einen Monat in orthopädische Behandlung. Das lag an vielen unglücklichen Faktoren..

Auf jeden Fall fiel damit die Fahrt nach Schweden aus und ich rollte insgesamt drei Wochen mit einem symphatischen Schwedenmobil durch den Alltag – Herr Smöre. Ein wunderschönes Stück Kohle von einem Volvo. An dieser Stelle sei der größte Dank an Heiko gerichtet. der mich nicht hat laufen lassen!!

……Doch ich hielt daran fest.

Und so stand ein unschuldiger Volkswagen mit sperrangelweiter Kofferhaube, an einem Sonntag, irgendwo am Dubringer Moor..

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Noch einmal lüften, vor der großen Reise…….
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Geölt, gekühlt, beladen… fehlt nur noch Frau Laura 🙂

Es war nicht diese typische Uhrzeit, zu denen gerne deutsche Familienväter den Jahresurlaub antreten. Es war nicht etwa 3.26 Uhr in der Früh.

8.30 Uhr war der Start angesetzt. Doch bis es dazu kam, luden wir erst einmal restliches Gepäck ein, klebten vorsorglich in die hinteren Fenster Mückennetze; man wollte schließlich weder ersticken, noch dem Heldentod durch eine sich labende Mücke erliegen.

Wir waren echt gemächlich unterwegs. Kamen ja irgendwann auch mal los. Und nach einem Kaffee-Zwischenstop in der Hauptstadt, kann man auch sagen, dass wir dann so ab 14 Uhr ernsthaft unterwegs waren, mit den Absichten in den Urlaub zu fahren.

Hamburg war unfreiwillig schnell erreicht und nachdem ich stolz mehrere Kreuzungen und Kreisverkehre der großen Hafenstadt gezeigt hatte, fand man auch wieder aus der Stadt raus und fuhr dann wirklich sehr zielgerichtet.

 


Es war schon nahezu unglaubwürdig, dass wir am frühen Abend die dänische Grenze passierten und bereits mit dem ersten Rastplatz Pläne des Verweilens aufkamen..

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Ein simples Schild mit einem Tisch und einem Baum leitete uns von der Truckstop-Romantik weg, und führte uns ins grüne Grenz-Idyll.

Meine persönlichen Fahr-Reserven waren allerdings noch nicht aufgebraucht. Ich wollte weiter und wir fuhren weiter!

 

Irgendwie fuhren wir so ziemlich viel weiter weiter, sodass wir im schönsten Abendlicht bereits über die erste Brücke (Storebælt-Brücke) fuhren und der Plan „..und da suchen wir uns ein schönes Plätzchen auf der ersten Insel von Dänemark, so an der Küste oben…“ war verworfen..

Nein, der Schwarze Peter rollte unermüdlich „Straight on“ über den dänischen Highway, über die Brücke und die Videokamera zeichnete alles auf…..

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Die ‚Überbrückung‘ wirkte noch lange nach und besonders der Nervenkitzel am Maut-Automat, ob man nach Bezahlung den filmreifen Stunt ins brummende Auto wieder schafft, bevor die sich öffnende Schranke gnadenlos runterkracht, hallte mit Gelächter über die dämmernde Schnellstraße.

 


Es war zwar bereits dunkel und dennoch war ein unausweichliches „Huuuuuuuuuch, wir sind schon in Kopenhagen?!?!“ zu vernehmen, als wir tatsächlich in Kopenhagen ankamen.

Um uns den Zauber der Øresundsbrücke nicht nehmen zu lassen, suchten wir uns ein Schlafplatz am Hafen von Kopenhagen. Doch das wohlriechende Brackwasser, welches uns jede Mücke vom Hals gehalten hätte, hielt uns auch stark von angeborenen Körperreflexen, wie dem normalen Atmen ab. Also wurde es der Parkplatz vom Mosede Fort, welcher uns Obhut bot. (ich möchte an dieser Stelle erwähnen, nur um mögliche Missverständnisse in diesem Kontext zu vermeiden, dass wir in meinem Van geschlafen haben – jede Nacht – und nicht unter freiem Sternenhimmel)

Ein abendlicher, beinahe schon nächtlicher Strandgang blieb nicht aus und so atmeten wir die erste Seebriese ein, und fielen so richtig satt und müde auf die weichen Matten.

 


20. August 2018 – 7:16 Uhr

Der nächste Morgen, der Montag, brachte die ersten Zauber mit sich. Ein erfrischender Regen hielt uns die runzlige Hafenluft fern. Stoppte allerdings, als wir uns zum Tisch begaben um zu frühstücken. Danach setzte er leicht wieder ein, als die morgendliche Hygiene unter schützenden Dach, keine Aufmerksamkeit mehr dem Wetter bot.

Zum Spaziergang, hörte er wieder auf, um nach dessen Abschluss erst wieder doppelt und dreifach einzusetzen..

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Ostsee – schlichtweg und ergreifend: Ostsee(Brackwasser)
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Der souveräne Columbus-Blick!

 

 

 

 

 

 

 

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Über sieben, neiiin, zwei Brücken musst du fahren, um nach Schweden zu kommen – diese gehört nicht dazu!
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Hinter den Hinweisschildern mit dem Tischlein und dem Baum, steckt ein sehr sehr wahrer Kern! – wir fanden die Vorgabe der Rastplatzschilder!

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wir fuhren im dicksten Nebel über die Øresundsbrücke. Dadurch wirkte sie zumindest optisch groß und endlos. Aber 16km sind wirklich kurz. Schlichtweg und ergreifend: für 53 Euro Maut, haben wir uns mehr erwartet!

Nach einem hübschen und freundlichen Empfang an der Schranke, einer Rundfahrt und der, in die Erinnerung zurückgerufenen Erkenntnis, dass man an keine Bank ranfahren muss um Geld zu wechseln, fuhren wir immer weiter weg von der Küste.

Die Landschaft wurde interessanter, die Straße führten vermehrt durch dichte Wälder, die Gehöfte immer größer, gleichzeitig versteckter. Irgendwann sah man nur noch deren Briefkästen an Einfahrten zum Wald.

Die letzte halbe Stunde vorm Oldtimerfriedhof war ich unglaublich aufgeregt. Meine Freude stieg ins unermessliche und Lauras warmes Lächeln gab diesem etwas zustimmendes und noch größer fühlendes.

12.44 Uhr bogen wir auf den, alles andere als verlassenen Ort ein. Eine Familie hatte sich an einem Tisch, am Rande des kleinen Parkplatzes niedergelassen. Ein Platz am Rande, direkt am Eingang war noch frei für uns und wartete scheinbar nur so, dass wir ihn belegen. Eine Tafel stand bereit, sogar auf Deutsch, uns diesen herrlichen Ort vor Betreten näher zu bringen. Ich erspähte die ersten Reifen in den Bäumen. Woah, mein Herz schlug bis zum Kinn oder ins Gehirn. – ich konnte es nicht mehr genau orten..

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Die erste Gänsehaut überfuhr meine Arme..
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Der Peter-Blick 1.0
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Bauen die Vögel hier andere Nester?

Da lag er nun vor uns.. versteckt, grün, wild, leise wispernd, freundlich, geheimnisvoll und weckte die Entdeckerlust.. Der Weg war mit Reifen gesäumt – es schien, als würde er immer erweitert. Der letzte Reifen schien frisch.

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Nicht zu verfehlen, dieses ausgeklügelte Wegweiser-System 🙂
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Schätze stehen, liegen überall – jetzt dürfen wir sie kennenlernen.

Ein faszinierender und inspirierender Ort, welcher uns animierte überall herumzustöbern, das innere Kind wieder laufen zu lassen, zu philosophieren, die Augen noch weiter zu öffnen und alles zu beGREIFEN. Für mich war es das erste mal, dass ich einen für mich so wertvollen Ort, in einer so respektvollen, neugierigen Begleitung erleben durfte. Wir wuselten und liefen herum, tauschten uns aus, lachten, machten Schabernack und atmeten beseelt durch..

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Dieser Bus geht schon lange nicht mehr auf Reisen..
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Unglaublich; wirklich da zu sein!
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Emotionen 🙂
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Sinnbildlich: Unsere große Fahrt!
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Stativ-Sorgen gibt es nicht.
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BeGREIFEN
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Würde mir stehen; ginge aber nur bergab 😛
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Wanderung durchs Moor
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„Der“ moderne Rafiki
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Der Weg der Schamanen 🙂

Åke DanielssonKyrkö Mosse gab mir mehr, als ich es mir jemals erträumt hätte. Es war eine Pallette von Eindrücken, Emotionen und Erinnerungen.

Ein Museum, ein Spielzeugplatz, ein Fotoalbum, Ort von Zeitzeugen und ein großes Stück Geschichte. Ich möchte euch nicht auf Seiten verweisen, die ihr nicht lesen könnt, euch nur die Empfehlung mit auf den Weg geben: Wenn ihr die Möglichkeite habt, fahrt hin, schaut ihn euch an. Lasst euch treiben und schon auf der Fahrt inspirieren.

Åke Danielsson schuf etwas, was nicht nur sichtbare Spuren hinterlies. Man darf es fühlen, wenn man sich darauf einlässt.

Vorerst kann ich euch nur mit den Bildern verzaubern …….

Ein Klick aufs Bild zum großen Staunen 🙂

 


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On the road again
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..aber erst einmal die Richtung klären 😀

Nach der Zeit auf dem Friedhof, dem Legen der ersten Emotionen, dem Fahren in die verkehrte Richtung und einer groben Ahnung, wohin es weitergeht, bewegten wir uns Richtung Åsnen. Es war nicht weit und wir hatten eine grobe Richtung und Idee und befanden uns nach einer groben Stunde entspannten Fahrens im Himmelreich auf Erden.

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Ein wunderschöner Platz, umgeben von Wald und Wasser, mitten im Naturschutzgebiet. Feuerstellen vorhanden, Bänke, Tische, bereitgelegtes Holz zum feuern und eine Trockentoilette. – Bjurkärr war einfach perfekt fürs Ankommen in diesem sehr besonderen Land.

Wir machten uns schnell breit und fühlten uns daheim.

Ein Pärchen fragte neugierig, ob wir wandern gehen und suchten Kontakt. Einfach herzlich und himmlisch.

Das Essen vom Gaskocher wirkte für uns wie für andere ein dekadentes 5-Gängemenü..

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Sternekoch am Werk
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Wir wollen keine Mücken, haben wir gesagt! 😀
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Natürlich mit schwedischem Porzellan
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Es muss der Wahnsinn sein, der durch meinen Kopf zog

Gut gestärkt begaben wir uns auf der Halbinsel-anmutenden Landzunge auf einen Abendspaziergang. Wieder trafen wir auf Menschen und waren abermals überrascht und verblüfft und zogen unsere nicht vorhandenen Hüte, wie gut die herrlichen Schweden deutsch sprachen.

Über Stock und über Stein tauschten wir uns darüber aus, bewunderten die Arbeitskraft zur frühen Zeit, als wir uns die Infotafeln auf dem schönen Stück Land genauer ansahen. Es kehrte Ruhe ein. Auf unserer Insel, in uns..


Mit der Dämmerung und der darauffolgenden Dunkelheit, wurde es gespenstisch still um uns herum. Mit dem letzten Licht verschwand der letzte, von den wenigen Besuchern, auf dem kleinen Idyll. Nun waren wir alleine und die Nacht umgab uns.

Wir machten uns ein wärmendes Feuer und seit Ewigkeiten kehrte in mich soetwas wie absolute Stille und Leere ein. Ich dachte an nichts, zermürbte mir mit nichts den Kopf. Ich fühlte einfach nur. Und selbst das war nicht so schwer, wie sonst…. Mit der ersten Nacht in Schweden und den stundenlangen Gesprächen am Feuer begann der Zauber..

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21. August 2018 – 7:49 Uhr

Leicht stieg ich aus meinem Bett an diesem Morgen. Die Luft war frisch und angenehm. Der Himmel blau, die Sonne schien zwischen das wunderschöne Blattwerk hindurch.

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Schlafplatz
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Kleines Vorratslager
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Weg zum See
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Morgendlicher Platz

Während Laura noch schlief, verweilte ich noch eine Weile am Ufer. Wurde langsam munter, beobachtete Frösche, den Herrn Specht und die aufgehende Sonne. Es fühlte sich an, wie nach einer durchgetanzten Nacht. Die Glieder waren noch schwer, der Kopf jedoch frisch und die Augen weit offen und klar. Ich begann wieder zu sehen, was ich lange nicht mehr gesehen hatte. Ich hörte wieder die Stimme der Natur, sah ihre Schönheit in voller Pracht. Ich hatte keinen Gedanken in mir, was ich alles noch tun muss – ich hatte ja nicht einmal mehr ein Zeitgefühl. Resetet – nach wochenlanger Doppelarbeit und kaum Luft holen, war ich nun auf Null gesetzt.

Die Stille war so raumeinnehmend, dass sie alles umfing.

Der Tag wirkte ebenso..

Nach dem Frühstück zogen wir weiter. Auf unserer Fahrt zur anderen Uferseite, erledigten wir einen Einkauf und kehrten in Huseby Bruk ein und schlenderten dort ein wenig durch die Anlage.

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Altes Sägewerk
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Sägewer
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Flußlauf hinter dem Sägewerk

 

 

 


Am späten Nachmittag, mit Grillzeug bepackt – vielmehr ein paar nicht schmeckenden Bockwürsten, fanden wir uns auf dem Trollberget Parkplatz ein. Ähnlich wie am Vorabend, hatten wir alles vor Ort, was wir brauchten.

Wir konnten diesmal sogar mit direktem Seeblick Abendbrotessen und unser Feuer genießen.  Die Gespräche wurden ruhiger – für mich fühlte es sich an, als würde der Vorabend noch wirken und unbewusst ratterte es schon in jeder Grauen Zelle.. Noch vor dem absoluten dunkel werden, verschwanden wir im Schwarzen Peter, im wuschelwarmen Bett..

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Rastplatz Nummer zwei
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Der steinerne Strand
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Die Ruhe der Nacht zieht ein
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Die „lckersten“ Würstchen der Welt – dafür die perfekten Holzspießer
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Feuerfrau Laura 🙂

 


22. August 7:04 Uhr

Diesmal fiel der Start nicht so leicht in den Tag. Eine Schwere machte sich breit. Schweden berauschte weiterhin, aber mittlerweile anders. Es ruckelte und ziepte und zuckelte. Man könnte sogar meinen, dass sich ein Schweigen breit machte.

Im übertragenen Sinne, kann man im Nachgang meinen: Dort im Moorgebiet, an den steinigen Stränden, wurde ein Stein ins rollen gebracht. Doch was unter dem Stein herumlag, muss nun beseitigt werden. Es wird Zeit fürs Meer!

Und so fuhren wir an die westliche Küste und peilten Laholm an. Wie ich es ahnte, wenn man sich auf ein Reiseführer-Buch verlässt, werden die Erwartungen immer zu hoch angesetzt und es kommt oft anderes bei rum. Also blieb die Kamera in Laholm aus, wir fuhren nach sehr kurzer Zeit weiter und fanden uns 15min später am Meer wieder.

Man könnte die Stimmung zu dem Zeitpunkt als tragend und gebremst bezeichnen.

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Strandgut-Romantik
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Zur Ostsee gefunden…
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Zweites Ankommen..

Mit der Ankunft am Meer, dem Sitzen im Sand, dem Schweigen, geschah wieder etwas neues.. Zudem fühlte ich mich noch nicht so ganz angekommen, aber das würde sich bald ändern. Das nächste hübsche kleine Geschenk wartete schon..

Denn auf der Suche, nach einem Nachtlager, stießen wir auf dem Weg zu einem Leuchtturm, durch einen anderen Rastplatz, auf Josefinelust. Amüsiert vom Namen, stand für mich fest, dass wir dorthin mussten. Keine Frage!


Ein beschauliches Fleckchen Erde im Wald erwartete uns. Tisch und Baum, wie das Schild es stets versprach, waren, wie bisher immer, vorhanden. Die nahrhafte und vor allen Dingen gesunde Beutelmahlzeit (Spätzle mit Champis) war schnell vertilgt und schon folgten wir dem Waldweg in Richtung Wasser. So ein wenig war ich auf einen einfachen Strand vorbereitet, hatte aber bereits ausgeblendet, dass wir in der Nähe eines, auf einer Klippe gebauten Leuchtturmes waren..

Uns tat sich das Paradies auf – die blaue Lagune oder so….. 🙂

 

Die Witzelei begann, wie ich sie aus der Zeit in Hermsdorf mit Laura zu gut kannte. Wir stöberten und entdeckten, kletterten und lachten. Und wir sahen und erkannten abermals, wie klein wir doch sind, im Vergleich zu dieser großen, weiten und wunderschönen Welt.

Uns war klar, das toppen wir heute noch und begaben uns auf den Weg zum Leuchtturm, der nicht weit entfernt war..


Am Leuchtturm wollten wir evtl Nachtlager beziehen, aber schon beim aussteigen wurde mir persönlich klar, dass ich das Abendbrot hier nicht angenehm finden würde.

Eine steife Briese wehte uns entgegen. Am Turm, natürlich eingerüstet, dann noch mehr. Während Laura oben blieb, packte mich die Neugier und ein Entdeckerdrang, wie ich ihn am Vortag ein bisschen vermisst hatte. Aber nun blühte ich halt wieder auf und das war gut so, also stieg ich die teils erdigen, teils steinigen Abgründe hinab und wollte zum sehr viel kleineren Leuchtturm, genau an der Spitze, auf den Felsen – weil kein Gerüst und „wenn man einmal da ist“ und so.. 🙂

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Blick zum Leuchtturm nach oben
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Blick zum Leuchtturm nach unten
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Steinküste mit Ausguck 🙂
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Abendstimmung

Recht flink ging es wieder nach oben. Und irgendwie war meine Laura nicht mehr da…… Doch ich fand sie nicht unweit entfernt an der Klippe – bloß gut ist sie kein Lemming!!

Wir waren am Meer und das Meer hat bereits erste gute Arbeit geleistet. Es war spürbar..

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Weitsicht
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Das Haus an der See
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Geringfügig Wind….
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Trotz Gerüst…. kann er sich sehen lassen 🙂

Viel Wind um nichts, könnte man ganz frech weiterspinnen, als es um die Aufregung der Suche nach einen geeigneten Schlafplatz ging.. Denn so aus dem Handgelenk heraus ging das nicht. Es gab viele Möglichkeiten am Strand, aber entweder fehlte die Toilette oder etwas Dickicht zum versteckten parken.

Am Ende stellten wir uns – mit Meerblick doch sehr freizügig auf einem Rastplatz mit Toilette und ohne Dickicht und diesmal sogar weiteren Autos. Allerdings waren wir mittlerweile auch allgemein wieder mehr in der Zivilisation zurück..

Der Abend klang für mich mit einer Zigarette und einem Bier am Strand aus, während Laura das Nachtlager kuschelig machte….

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Das Haus am Meer?
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Der alte Mann und das Meer?
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Perfekt!
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Und der vorletzte Abend geht in die Nacht über..

23. August 2018 – 7:50 Uhr

Es war eine sehr ruhige Nacht – irgendwie die erste für mich seit langem, aber es würde noch interessant werden, mit der grandiosen Idee, den Lachs vom Vorabend auf eine Scheibe Brot zu legen und zu essen……

Da standen wir bei schönstem Sonnenschein, mitten am Meer, unserem vorletzten Reisetag..

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Das noch sehr entspannte Frühstück mit dem berüchtigten Lachs, fiel trotz Entspannung kurz aus und schon rollte mein Schwarzer Peter mit uns auch weiter, in Richtung Lund.

In Lund wartete, auf dem Weg zum Wikingerdorf im Süden von Malmö, ein wunderschöner Dom. Wir breiteten uns auch nicht weiter in der Stadt aus. Schauten uns den Dom, mit seiner grandiosen astronomischen Uhr an und der imposanten Krypta.

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So detailreich – kann man Bilder knicken. Muss man sich mit bloßen Auge in Ruhe ansehen.
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Schmökerecke

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Ein interessantes Gefühl beschleicht einen da unten im Dunkel
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Nu ja…. was soll ich sagen – im Ganzen wollte er sich nicht so recht erwischen lassen..

Nach so viel Andacht durfte es ruhig was rauer zugehen und so ging es weiter in den Süden, wieder ans Wasser, nach Halkeviken, ins Wikingerdorf.

Bereits nach der Ankunft schmiedete man Pläne dort gleich in der Nähe einen Rastplatz einzunehmen, aber es würde ganz anders kommen und bedenkt: der Lachs! 😀

Wir fanden ein kleines Dörfchen, inmitten von Gewerbe, am Rande von Malmö vor. Kaum vorstellbar, aber mit Betreten, war einem das gar nicht mehr so bewusst. Laut Angaben, leben in dem Dorf sogar noch 10 Menschlein. Nach Begehung der Häuser war für mich schnell klar: Hübsches Sommerdomozil, aber den Winter mag ich mir, gerade so nah am Wasser und Wind, nicht vorstellen oder gar bunt ausmalen – möge er weiß und fern sein!

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Der erste bärtige äääh pelzige Wikinger empfängt uns.
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Laura nimmt Kontakt auf – wird sie bleiben?? O.o
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Damals war alles schwarz-weiß, sagte mal ein Junge..
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Ein blauer Garten – auch nicht schlecht..
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Wikinger-Boots-Wendeplatz?
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Die Straßen führen hier alle unweigerlich zum Meer. Das Straßenbauamt hat hier gute Arbeit geleistet! 😀
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LEBEN!

Im Dorf sagte dann der Lachs das erste mal zärtlich ‚Hallo‘.. Ich schob es auf die Sonne, die Wärme, zu wenig Flüssigkeit zu mir genommen.

Nach kurzer Beratschlagung, mussten wir beide zugeben, also Laura und ich, nicht der Lachs :D, dass wir gut gesättigt von Schweden waren und eigentlich auch schon an diesem Tag das Land verlassen könnten. Uns war noch nach ein wenig Dänemark….

Und wenige Zeit später – ich blende jetzt die Fahrt mit Stau und dem Lachs und den zig Raststätten, dem lustigen Caddy fahrenden Dänen aus und komme zum krönenden Abschluss, aller Nächte dieser Reise und mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich daran denke, wie schön dieser Anblick war….

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Mit Peter am Strand – da schei…. ich doch auf die Kleckerburg 🙂
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..nach diesem Vorfall und einem unglaublich wilden Wettrennen zum Wasser, machte der Fuß nicht mehr so nett mit
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Badewanneeeeee ole! Ja, es war wirklich sehr warm!
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Okay….. das ist jetzt wirklich kitschig
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Malerisch, perfekt!

Vor uns lag eine Lachsfreie Nacht, die erst gegen 2 Uhr mit ein paar undefinierbaren Schüssen endete. Da wir aber auf der Hinfahrt durch Militärgebiet gefahren waren, reime ich mir da meine eigene Geschichte drauß…… das müssen Mienenratten gewesen sein, die auf Gegenwehrzug aus waren!

Auf jeden Fall lachten und schnatterten wir vom Sonnenuntergang bis zum PENG lustig fröhlich im Auto. Zwischendurch stürmte und regnete es und genauso wurden wir am nächsten Morgen auch wieder geweckt…..


24. August 2018 – 7:50 Uhr

Tag X – die Rückreise.

Es war regnerisch und stürmisch und nach einem eingekuschelten Wellengucken vom Auto aus, stürmte ich nochmal in die erstbeste Welle und sammelte alle lustigen Sachen vom Strand auf, die nicht niet- und nagelfest waren.

Das Kind wurde immer größer in mir und flitzte durch Wellen und Sand.

Hier wäre ich so gerne geblieben. Nur noch eine Nacht. Ob mit PENG oder ohne. Einem Krabbenbrötchen und einem kalten Bier. Mit Blick auf das Meer, aus meinem Schlafzimmer im Peter heraus. Meine Güte, das war so wohltuend……

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Bester Fensterblick
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Ist dieser Anblick nicht unglaublich grandios?!
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Nimm mich mit..
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Die schönsten Quallen….

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Nach wie vor nicht so recht greifbar – mit meinem Peterle am Meer
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Und sie zieht sich zurück – so auch wir….

 

Es war eine sehr schweigende Heimreise, aus 10.000 Gründen…. Ja nahezu schon tragend..

11 Stunden gingen ins Land. In Deutschland der übliche Wahnsinn. Kaum die Grenze passiert, die ersten Baustellen, Stau, Umleitungen laut Navi, fürs Klo bezahlen..

Die Musik dudelte dahin, ansonsten war es absolut still. Wenige Wortwechsel, Stille….

Und irgendwann die Schwere des Wiederankommens..

Am Wochenende dachte ich noch oft an die letzten Momente an der Nordsee nach. Wusste nicht so recht wohin, versank in Diedersdorf beim US Car-Treffen so mit meiner Kamera. Der Vorhang war zu. Mein Blick trüb.

Ich war müde, aber weniger von der Fahrt.

Und dann lichtete sich der Vorhang…. ganz langsam nach dem Wochenende.

Und während ich hier die letzten Worte tippe, packe ich nebenher schon wieder meine Sachen – diesmal nur für meinen Schwarzen Peter und mich. Denn die Nordsee, die lässt mich einfach nicht los….. 🙂

 

Mal sehen hinter welcher Düne wir diesmal stehen werden…

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